Handy-Anleitung
Auto fotografieren zum Verkauf: So gelingen Handyfotos fürs Inserat
Auto waschen, auf einem ruhigen Platz in weichem Licht parken und mit dem Handy in Kopfhöhe der Scheinwerfer zwölf feste Ansichten aufnehmen: Hier steht die Reihenfolge, die Handy-Einstellung und die Fehler, die Anfragen kosten.
Wie fotografiert man ein Auto für den Verkauf?
Wer sein Auto fotografieren will, um es zu verkaufen, braucht kein Studio. Waschen Sie das Auto, stellen Sie es auf einen ruhigen Platz in weichem Licht und gehen Sie einmal rundherum, das Handy quer in der Hand, etwa auf Höhe der Scheinwerfer. Nehmen Sie immer dieselben zwölf Ansichten in derselben Reihenfolge auf und ergänzen Sie, was Käufer ohnehin fragen würden.
Die Kurzfassung:
- Vorbereitung: waschen, Innenraum leeren, Kameralinse abwischen.
- Ort: ein leerer Parkplatz oder eine einfarbige Wand, nichts hinter dem Auto.
- Licht: bedeckter Himmel, Schatten oder Morgen- und Abendlicht. Keine Mittagssonne.
- Handy: Hauptkamera, Querformat, Raster an, kein Blitz, keine Filter.
- Fotos: sechs außen, fünf innen, einmal Motorraum.
- Ehrlichkeit: Mängel nah zeigen. Das spart Besichtigungen, die ohnehin scheitern.
Wie bereiten Sie das Auto auf die Fotos vor?
Ein wenig Vorbereitung sieht man auf jedem Bild:
- Waschen und trocknen. Von Hand abtrocknen, damit keine Wasserflecken auf dem Lack bleiben. Felgen, Reifenflanken und Scheiben innen wie außen reinigen.
- Ausräumen. Handyhalter, Ladekabel, Duftbäume, Papiere, Sitzbezüge und alles aus dem Kofferraum nehmen. Käufer wollen sich ihre eigenen Sachen darin vorstellen.
- Innenraum ordnen: Sitze aufrecht und gleich eingestellt, Lenkrad gerade, Fußmatten ausgerichtet, Sonnenblenden oben.
- Räder einschlagen, sodass bei der Dreiviertelansicht von vorn die Felge zur Kamera zeigt. Bei Front-, Seiten- und Heckansicht stehen die Räder dagegen gerade, so schreibt es auch AutoScout24 im Fotoguide.
- Linse abwischen. Eine verschmierte Linse ist die häufigste Ursache für weiche, milchige Fotos.
Wo und wann fotografieren Sie Ihr Auto am besten?
Wo: Suchen Sie einen Platz, an dem nichts hinter dem Auto steht. Ein leerer Parkplatz am Sonntag, eine ruhige Gewerbestraße oder eine einfarbige Hauswand funktionieren. Meiden Sie die eigene Einfahrt, wenn Garage, Mülltonnen oder die Hausnummer im Bild sind. Andere Autos und Personen gehören nicht ins Bild, und Sie brauchen Platz, um acht bis zehn Meter zurückzugehen. AutoScout24 empfiehlt in seinem Ratgeber für private Verkäufer ebenfalls ein ruhiges Umfeld, das nicht vom Auto ablenkt.
Wann: Weiches Licht zeigt das Auto, wie es ist.
- Bedeckter Himmel ist am einfachsten: gleichmäßiges Licht, weiche Schatten, kaum Spiegelungen.
- Offener Schatten, etwa an der Schattenseite eines großen Gebäudes, geht auch bei Sonne.
- Die Stunde nach Sonnenaufgang oder vor Sonnenuntergang liefert warmes, flaches Licht. Die Sonne steht hinter Ihnen oder seitlich.
- Keine Mittagssonne. Sie wirft harte Schatten unter das Auto und blendet auf Motorhaube und Dach.
- Keine Nachtfotos. Straßenlaternen verfälschen die Lackfarbe, und Handys verwackeln im Dunkeln.
Dunkler Lack spiegelt wie ein Spiegel. Stellen Sie sich so, dass Bäume und Häuser nicht in den Türen zu sehen sind, und tragen Sie dunkle Kleidung, damit Sie nicht mitfotografiert werden.
Welche Handy-Einstellungen eignen sich für Autofotos?
Sie brauchen weder Kamera noch spezielle App. Stellen Sie das Handy einmal richtig ein:
1x oder 2x statt Ultraweitwinkel
Das 0,5x-Weitwinkel verzerrt das Auto: Die Front wirkt riesig, die Seiten biegen sich. Für Außenaufnahmen nehmen Sie 1x oder gehen weiter zurück und nutzen 2x oder 3x. Zoomen Sie nicht über die eingebauten Linsen hinaus.
Querformat
Halten Sie das Handy quer. Lassen Sie etwas Luft um das Auto, damit auch eine zugeschnittene Vorschau die Stoßfänger nicht abschneidet.
Raster einschalten
In den Kameraeinstellungen finden Sie Hilfslinien. Mit ihnen bleibt der Horizont gerade und das Auto mittig.
Antippen, dann Helligkeit anpassen
Tippen Sie auf das Auto, um zu fokussieren. Wirkt weißer oder silberner Lack ausgewaschen, ziehen Sie den Helligkeitsregler leicht nach unten.
Alles Zusätzliche aus
Kein Blitz, keine Filter, kein Porträtmodus. Er täuscht einen unscharfen Hintergrund vor und schneidet oft in die Kanten des Autos. Nur für den Motorraum und den Kofferraum empfiehlt AutoScout24 den Blitz.
Originaldateien behalten
Laden Sie die Originale hoch, keine Screenshots und keine Bilder, die zuvor über einen Messenger gelaufen sind. Dabei geht Detail verloren.
Welche zwölf Fotos wollen Käufer sehen?
Nehmen Sie die Fotos in dieser Reihenfolge auf und laden Sie sie in dieser Reihenfolge hoch. Halten Sie bei den sechs Außenaufnahmen Abstand und Höhe gleich, damit der Satz einheitlich wirkt. Händler fotografieren noch mehr Ansichten, die vollständige Shotliste für Autohäuser zeigt sie.
Front von schräg vorn, Fahrerseite
Stellen Sie sich an die vordere Ecke, sodass Sie die ganze Front und die Fahrerseite sehen, Räder zur Kamera eingeschlagen. Das Handy auf Scheinwerferhöhe, das Auto füllt den Großteil des Bildes. Das ist Ihr Titelbild.
Front, frontal
Stellen Sie sich mittig vor das Emblem und gehen Sie so weit zurück, dass die ganze Front mit etwas Rand passt. Beide Scheinwerfer sollen gleich groß aussehen.
Fahrerseite, im Profil
Stehen Sie rechtwinklig zur Fahrzeugmitte, auf Höhe der Türgriffe. Beide Räder sollen rund aussehen, nicht oval.
Heck von schräg hinten, Beifahrerseite
Spiegeln Sie das Titelbild von der hinteren Ecke: Heck und Beifahrerseite in einem Bild.
Heck, frontal
Mittig hinter das Heckemblem, Kofferraum oder Heckklappe komplett geschlossen.
Beifahrerseite, im Profil
Gleicher Ausschnitt wie auf der Fahrerseite, damit Käufer beide Seiten auf Dellen und Kratzer prüfen können.
Cockpit von der Rückbank
Setzen Sie sich mittig auf die Rückbank und fotografieren Sie nach vorn, sodass beide Vordersitze, Lenkrad und Display zu sehen sind. Türen öffnen bringt mehr Licht.
Kombiinstrument bei laufendem Motor
Motor starten, Tacho und Kilometerstand gut lesbar fotografieren. So sieht ein Käufer auch, dass keine Warnleuchte brennt. Leuchtet eine, schreiben Sie es ins Inserat.
Fahrersitz
Durch die geöffnete Fahrertür. Am Fahrersitz zeigt sich Verschleiß zuerst, und Käufer suchen genau danach.
Rückbank
Durch eine geöffnete hintere Tür, die ganze Sitzfläche und der Boden im Bild.
Kofferraum
Offen und leer. Klappen Sie die Rücksitze zusätzlich um, wenn der Laderaum ein Argument ist.
Motorraum
Haube auf, von vorn leicht schräg fotografiert. Abwischen hilft, abspritzen sollten Sie den Motor nicht.
Welche Detailfotos helfen beim Verkauf?
Nach den zwölf Pflichtfotos zeigen Sie, wonach Käufer sowieso fragen. Jedes dieser Bilder erspart eine Nachricht:
- Reifen: das Profil nah, bei neuen Reifen auch die Flanke mit dem Datum. Gibt es einen zweiten Radsatz, einmal beide Sätze.
- Felgen: Bordsteinschäden oder deren Fehlen.
- Mängel: jede Delle, jeden Kratzer, jeden Steinschlag. Erst ein weites Bild, das den Ort zeigt, dann eine Nahaufnahme.
- HU-Plakette: die Prüfplakette auf dem hinteren Kennzeichen zeigt, bis wann die Hauptuntersuchung gilt. Fotografieren Sie sie so, dass das Kennzeichen unkenntlich bleibt.
- Schlüssel: alle zusammen auf einem Bild.
- Serviceheft und Rechnungen: als Stapel, Name und Adresse abgedeckt.
- Ausstattung: Schiebedach, Anhängerkupplung, dritte Sitzreihe, Soundsystem.
Welche Ausstattung Ihr Auto hat, steht oft in der Bestellbestätigung von damals. Fotografieren Sie Dokumente nur, wenn Ihre persönlichen Daten abgedeckt sind.
Welche Fehler kosten die meisten Anfragen?
| Fehler | Warum er schadet | Besser so |
|---|---|---|
| Nahaufnahme mit dem 0,5x-Objektiv | Das Auto wirkt verzerrt | Zurückgehen und 1x oder 2x nehmen |
| Mittagssonne | Harte Schatten und Blendung verdecken den Lack | Wolken abwarten oder in den Schatten fahren |
| Unruhiger Hintergrund | Käufer schauen auf den Krempel statt aufs Auto | Das Auto an einen ruhigen Platz stellen |
| Von oben aus Augenhöhe fotografiert | Das Auto wirkt kurz und gedrückt | In die Hocke auf Scheinwerferhöhe |
| Schmutzige Linse | Milchige, weiche Bilder | Linse vor dem Start abwischen |
| Hochformat | Vorschau schneidet das Auto an | Handy quer halten |
| Kennzeichen und Hausnummer sichtbar | Das Inserat ist öffentlich, jeder kann es lesen | Kennzeichen unkenntlich machen, nicht zu Hause fotografieren |
| Nur ein, zwei Bilder | Käufer fragen sich, was Sie verschweigen | Alle zwölf Ansichten plus Details |
Wie bearbeiten Sie Autofotos fürs Inserat?
Bearbeiten Sie nur wenig. Ein Käufer, der eine Stunde fährt und ein anderes Auto vorfindet, als die Bilder zeigten, geht wieder.
- Zuschneiden und geraderücken, damit das Auto mittig und waagerecht steht.
- Helligkeit leicht anheben, wenn ein Bild zu dunkel ist. Die Farbe nicht verstärken: Der Lack soll aussehen wie in echt.
- Kennzeichen verdecken, wenn Sie es nicht veröffentlichen wollen. Warum das viele tun, steht im Ratgeber Kennzeichen auf Autofotos unkenntlich machen, und mit dem Kennzeichen-Tool geht es in wenigen Sekunden.
- Mängel nie wegretuschieren. Einen unruhigen Hintergrund aufzuräumen ist in Ordnung. Das Auto zu verändern nicht.
Laden Sie die Bilder in Aufnahmereihenfolge hoch, das Titelbild zuerst. Wo und wie Sie das Auto anbieten und was beim Verkauf zu erledigen ist, erklärt Auto privat verkaufen.
Geht ein Studio-Look auch mit dem Handy?
Ja. Wenn Sie keinen ruhigen Platz finden, legt CarShots Ihre Handyfotos in etwa 20 Sekunden pro Foto auf einen sauberen Studio-Hintergrund. Änderungen bestellen Sie in einfachen Worten, etwa „Kennzeichen verdecken“ oder „etwas heller“. Probieren Sie es kostenlos an einem Foto Ihres eigenen Autos, ganz ohne Anmeldung.
Häufige Fragen
Wie viele Fotos sollte ich für den Autoverkauf einstellen?
Mindestens die zwölf Pflichtfotos aus dieser Anleitung, dazu Reifen und jeden Mangel. Jedes zusätzliche Foto, das etwas Neues zeigt, beantwortet eine Frage, bevor sie jemand stellt. Nutzen Sie so viele, wie das Portal erlaubt.
Soll ich mein Kennzeichen auf den Verkaufsfotos zeigen?
Sie müssen nicht. Ein Inserat ist öffentlich und kann kopiert werden. Wer die Fahrzeughistorie prüfen will, kann Sie nach der Fahrzeug-Identifizierungsnummer fragen. AutoScout24 rät privaten Verkäufern, das Kennzeichen im Inserat nicht sichtbar zu lassen.
Wann ist die beste Tageszeit, ein Auto zu fotografieren?
Bei bedecktem Himmel jederzeit. Bei Sonne in der Stunde nach Sonnenaufgang oder vor Sonnenuntergang oder im offenen Schatten. Mittags verdecken harte Schatten und Blendung den Lack.
Brauche ich eine richtige Kamera für Autofotos?
Nein. Ein aktuelles Handy reicht für ein Inserat. Licht, Hintergrund und Kamerahöhe zählen mehr als die Kamera: Nehmen Sie 1x oder 2x, halten Sie das Handy auf Scheinwerferhöhe und fotografieren Sie in weichem Licht.
Soll ich auch Schäden am Auto fotografieren?
Ja. Klare Bilder von Dellen, Kratzern und Flecken schaffen Vertrauen und sortieren Käufer aus, die bei der Besichtigung abspringen würden. Ein weites Bild zeigt die Stelle, ein zweites den Schaden.
Sollte ich ein Video ins Inserat stellen?
Wenn das Portal es erlaubt, ja. Ein langsamer Rundgang von 30 bis 60 Sekunden und ein Kaltstart beantworten Fragen, die Fotos nicht klären, etwa wie der Motor klingt.
Quellen
- AutoScout24: Tipps und Tricks für das perfekte Inseratautoscout24.at
- AutoScout24 Händlerportal: Der Fotoguideautoscout24.de
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